| V bis VIII | ||
![]() |
Der Hierophant (der
Weisheitslehrer) Wo lebe ich meine Spiritualität? Ziehe ich mich in mich zurück, in die stille Kammer, in Bücher, in uralte Offenbarungen? Oder lebe ich meine Spiritualität im Alltagsleben, durch meine Handlungen, meine Worte, meine Taten? Lebe ich sie im Alltagsleben, dann opfere ich einen grossen Teil meiner Ruhe, kann aber andere begeistern. Lebe ich sie zurückgezogen, dann habe ich viel Ruhe, erlange viel Wissen, aber ich opfere meine Fähigkeit andere zu begeistern. Denn wer aus der spirituellen Zurückgezogenheit das Leben predigt ist ein missionierender Scharlatan. |
den spirituellen Weg bewusst wählen "Der Weg ist das Ziel" Heiliges verkünden das geistige Wesen einem Guru in die Falle gehen Weltabgeschiedenheit oder Zuwendung zur Welt auswählen sich selbst jeder Kritik entziehen Kontakt zu etwas Höherem aufnehmen, um zwischen Mensch und Höherem zu vermitteln Rituale gestalten Ausgleich durch Opfer Missionieren Demut Scheinheiligkeit |
![]() |
Die Liebenden Liebevoll ist für mich die Beziehung mit Menschen, denen ich unverkleidet gegenübertreten kann. Denn unverkleidet will ich sein, und unverkleidet brauche ich mein Gegenüber, damit ich sein kann. Wie Martin Buber sagte: der Mensch wird erst am Du zum Ich. Adam und Eva, die hier abgebildet sind, haben später das Paradies verloren und haben angefangen, sich zu (ver)kleiden. Die meisten Begegnungen habe ich verkleidet, mit Verkleideten. Und dann bringe ich Liebe nicht hin; aber zum Glück ist mir immer noch liebende Güte möglich, wenn wenigstens ich mich selber sehe. Ich glaube, dass die wenigen Heiligen, die alle Menschen lieben können, gelernt haben, alle Menschen unverkleidet zu sehen. | Liebe polare Spannung zwischen männlichem und weiblichem polare Balance zwischen männlichem und weiblichem Schattenseiten aufklären und annehmen "Ich und Du" Gleichartigkeit oder Gleichschaltung suchen Übergewicht des Einen, der mehr sieht nicht-sehen des Göttlichen Verliebtheit einander unverkleidet gegenübertreten Liebe (und Güte) ist heilsam Versuchung, Schatten, Unbewusstes was in Versuchung führt, erlöst auch Paradies heisst: die Schatten dürfen ihren rechtmässigen Platz einnehmen Pubertät und Abschied vom Elternhaus |
![]() |
Der Wagen Wie kann ich mich selbst erfahren? Dazu muss ich wohl einiges wagen! Fühle ich mich sicher dabei, oder komme ich ins Schlingern? Bin ich am Steuer, oder lasse ich Andere für mich (oder gegen mich) steuern? (Die eigentliche Frage: Ist mein Ausgangspunkt eine sichere und feste Basis?) | in ein Abenteuer aufbrechen Pole aufeinander abstimmen und mit vereinten Kräften arbeiten (lassen) Selbsterfahrung: etwas wagen ich erkunde die Welt sichere Basis und Wagnis sich und seine Kräfte nicht im Griff haben verloren gehen ins Schlingern kommen der Held sucht sich selbst im Abenteuer Kampf Annahme, das Wesentliche könne im Aussen gefunden werden Aufbruch Abenteuer |
![]() |
Die Gerechtigkeit (traditionell Nummer
VIII, im Raider-Waite Tarot Nummer XI) Gerechtigkeit heisst: erkennen, wo etwas nicht im Gleichgewicht ist (aber sein sollte), und es ins Gleichgewicht bringen. Das wird vor allem jenem weh tun, der von der Ungerechtigkeit profitiert hat, und der ist dann unzufrieden und schlägt vielleicht zurück. Für Gerechtigkeit ist es ganz wichtig, das Spirituelle zu pflegen (dadurch kann man das Zurückschlagen des Getroffenen besser aushalten), aber sie ist ganz und gar von dieser Welt. Gerechtigkeit hat überhaupt nichts mit Wahrheit zu tun: nur mit dem, was "sein sollte", also mit Dingen, die Menschen -- ausgesprochen oder unausgesprochen -- miteinander abgemacht haben. Deshalb frage ich mich besser in jedem einzelnen Fall: möchte ich hier die Energie aufbringen, Gerechtigkeit zu üben? Bin ich bereit, dafür Schläge einzustecken? Ist das, was ich finde, dass es sein sollte, auch das, was aus der Sicht der anderen betroffen Menschen sein sollte? | Ungleichgewicht ausgleichen das Spirituelle hinter sich wissen (violett bedeutet spirituell), aber in dieser Welt bleiben die Polarität und ihre Disbalance wahrnehmen "der Harmonie-Junkie" Gleichgewicht Fairness Genug-Tuung rechthaberisch sein sich einmischen, wo man nicht sollte das Spirituelle ignorieren bestrafen sich nicht an der falschen Stelle beschweren richten (zurechtrücken) Konfliktbegleitung harmonischer Ausgleich zu viele Regeln oder Gesetze strafen Selbstverantwortung |
| © 2011 Hanspeter Schmid | ||